Von Feuerland zur Karibik

Von Feuerland zur Karibik


1. Reisebericht:   Ushuaia (Argentinien) – Punta Arenas (Chile)

Mein Name ist Hans Windisch, ich wohne in Hamburg, bin Jahrgang 1940 und dabei, mir meinen jahrzehntelangen Traum zu erfüllen.

Seit dem 1. Dezember 2002 bin ich nun Rentner, doch bereits am 23.11.02 startete ich von Hamburg aus mit dem Flugzeug nach Ushuaia auf Feuerland (Argentinien), dem Ausgangspunkt meiner Tour. Sie soll mich durch Argentinien, Chile, Bolivien, Peru, Ecuador, und Kolumbien nach Caracas in Venezuela führen, von wo aus ich wieder nach Hamburg zurückfliegen werde. Geplant habe ich dafür in etwa ein Jahr.

Da es kein Hin- und Rückflugticket von mehr als 350 Tagen Gültigkeit gibt, buchte ich nur den Hinflug. Den Rückflug werde ich erst in einigen Monaten buchen, das Ticket wird dann bei der Fluggesellschaft in Caracas hinterlegt. Vorsichtshalber telefonierte ich alle betreffenden Konsulate ab, ob es bei Nicht-Erbringen eines Ausreisenachweises Probleme geben könnte. Außer Ecuador und Venezuela verlangt kein Land einen solchen Nachweis. Für diese beiden Länder wird mir dann eine Kopie des Rückflugtickets mit allen für die Grenzbeamten erforderlichen Stempeln zugeschickt.

Nachdem nun das Fahrrad in einen großen Karton verpackt war und die übrigen Sachen alle in die wasserdichten Packtaschen gestopft waren, ging es ab zum Flughafen. Dort erwarteten mich schon Freunde und das Einchecken sollte schnell über die Bühne gehen, um noch gebührend Abschied zu feiern. Hier jedoch gab es bereits das erste Problem. Das Übergepäck wurde noch akzeptiert, aber ohne Rückflugticket oder Visum für das Einreiseland Argentinien wollte mich die British Airways nicht mitnehmen. Schließlich musste ich ein Rückflugticket von Buenos Aires nach Hamburg für 2.669,- Euro (!) kaufen. Für den Hinflug bezahlte ich 460,- Euro.

Das war natürlich erst einmal ein kleiner Schock. Allerdings ist das Ticket 1:1 umtauschbar. Ihr Vorgehen begründete die BA damit, dass sie 8.000,- Euro bezahlen müsste, wenn es bei der Ankunft in Argentinien Probleme geben sollte. Bei der Einreise wurde ich allerdings weder nach einem Ausreisenachweis gefragt, noch erscheint diese Frage auf der im Flugzeug auszufüllenden Einreiseerklärung. Leider verging bei dieser Prozedur soviel Zeit, dass wir uns nur noch kurz mit einem Sekt verabschieden konnten. Für eine sichere Rücksendung des Tickets über das deutsche Konsulat bezahlte ich in Ushuaia gut 30,- US$! Buenos Aires empfing mich mit herrlichem Sommerwetter, allerdings konnte ich es nicht recht genießen, da ich mit Packtaschen und Fahrradkarton vom internationalen zum ca. 50 km entfernten nationalen Flughafen in eigener Regie wechseln musste. Es fand sich jedoch ein großes Taxi und ich kam sicher und rechtzeitig dorthin. Die gefürchteten patagonischen Winde, die auch die Flugzeuge ordentlich durchschütteln sollen, wehten diesmal nicht. Etwas mulmig war mir nur, als beim Anflug auf Ushuaia der Nebel etwas aufriss und ich einen Berg in geringem Abstand neben mir sah, auf den sich die Maschine zu bewegte.

Unversehrt in Ushuaia gelandet, fand ich erst einmal das ganz aus Holz gebaute Flughafengebäude mit Spitzdach sehr schön. Es erinnerte mich an Norwegen. Das Gepäck war gleich da und auch den Karton mit dem Rad fand ich bald in einer Ecke. Dieser war ziemlich zerfleddert und einige mitverpackte Teile fielen mir schon entgegen. Außer einer Plastikflasche mit gutem Fahrradöl fehlte jedoch nichts und auch das Fahrrad hatte den schwierigen Transport (z.B. hochkant auf dem Flughafentrolley) unbeschadet überstanden.

Die Flughafenangestellten waren sehr hilfsbereit. So wurde mir angeboten, das Fahrrad in der warmen Halle zusammenbauen zu können. Da es schon 20.00 Uhr war, wollte ich dieses lieber im Quartier machen. Eine junge Angestellte telefonierte und organisierte mir eine Pension und ein großes Taxi.

Vor dem Flughafengebäude bot sich mir ein herrliches Bild. Von der Halbinsel aus, auf welcher der Flughafen etwas außerhalb liegt, ging der Blick auf die in der Abendsonne liegende Stadt und die sie umrahmenden ‑ an die Alpen erinnernden ‑ schneebedeckten Berge.

Mein Quartier war schlicht und einfach, aber mit einer wunderschönen Aussicht auf die Stadt (Ushuaia hat etwa 50.000 Einwohner), den Beagle-Kanal und die dahinter liegenden Berge auf chilenischer Seite.

Unangenehm überrascht allerdings hatte mich das saukalte Wetter! Mit 10 - 15 Grad hatte ich jetzt Ende des Frühlings wohl gerechnet, stattdessen schneite es in den nächsten Tagen mehrmals und wurde immer kälter. Am dritten Tag lagen morgens gut 5 cm Schnee, trotzdem machte ich meine erste Tour mit dem Rad in den Nationalpark Tierra del Fuego, westlich von Ushuaia und damit auch am Anfang bzw. Ende der "Pan Americana" (Traumstraße der Welt). Geplant hatte ich diese erste Fahrt mit vollem Gepäck und Übernachtung im Zelt. Auf Grund der Wetterverhältnisse verzichtete ich darauf und kehrte lieber wieder in meine warme Albergue (Herberge) zurück.

Auf der Rückfahrt wollten sich dann gleich drei Hunde an meine Beine heranmachen. Beim Abbremsen kam es zum Sturz, der aber ohne Folgen blieb. Vor Schreck sind die Hunde dann wenigstens abgehauen.

Ushuaia ist keine aufregende Stadt, sie hat aber alles, was der Tourist braucht, ein internationales Publikum und man trifft dort viele interessante Leute. Mit dem Slogan "Fin del Mundo" (Ende der Welt) wird kräftig geworben und anscheinend sehr erfolgreich. Wenn man sich schon in dem südlichen Teil des Kontinents herumtreibt, ist es fast ein Muss, auch ans „Ende der Welt“ zu fahren. Diverse Buslinien verbinden die touristischen Orte wie Ushuaia, Punta Arenas, Puerto Natales und El Calafate miteinander.

Nach vier Tagen in Ushuaia war es nun höchste Zeit, meine Tour zu starten. Das Wetter war nach wie vor kalt und unbeständig und ich hoffte sehr, dass hinter den Bergen die Wärme auf mich wartet. Mit dem schwer bepackten Rad ging es gleich nach der Stadt in die Berge, doch die Steigungen waren nicht so schlimm. Erst war es sehr kurvenreich, dann fuhr ich lange Zeit durch ein langgezogenes Tal mit Mooren und abgestorbenen Bäumen. Weil hier auch Wintersport betrieben wird, kreuzten moderne 4-er Sessellifte mit Haube die Strasse. Nach 40 km Asphalt ging es nun in eine Schotterstrasse über, deren Zustand ganz passabel war. Nach insgesamt 60 km quartierte ich mich in einer Hosteria ein und bezog eine cabaña (kleine Hütte) direkt am See. Die Hütte war wunderschön, sauber und gut geheizt, mit Wohn- Schlaf- und Badezimmer. Weil auch eine Badewanne vorhanden war, gönnte ich mir gleich ein Vollbad. Meinen ersten Biber in freier Natur, der immer wieder vorbei schwamm, habe ich hier gesehen.

Die nächste Etappe war wieder nur etwa 60 km und sie verlief entlang des großen Fagnano Sees. Ich traf bereits das erste Fernradler‑Paar. Sie kamen aus Thüringen und waren schon seit gut 1 1/2 Jahren in Europa und Südamerika unterwegs.

Am dritten Tag war die Strecke von Tolhuín nach Rio Grande mit 110 km schon etwas länger. Anfangs waren die Straßenränder gesäumt von blühendem Löwenzahn, Wiesen und farnbehangener Wald wechselten sich ab. Die Berge blieben immer weiter zurück. Es war Sonntag und viele Gruppen grillten unmittelbar entlang der Strasse. Als ich die Atlantikküste erreichte, öffnete sich die Landschaft und statt Wald gab es nur noch freie Flächen. Regen setzte ein und der Wind frischte kräftig auf. Es wurde unangenehm! Trotzdem hoffte ich, bis zum späten Abend Rio Grande zu erreichen, um ein Quartier zu bekommen, denn das Zelt aufschlagen wollte ich noch nicht.

Als mir der Wind den Regen so richtig ins Gesicht wehte, hielt ein Autofahrer mit kleinem Anhänger, auf dem er ein Motorrad transportierte und fragte, ob er mich mitnehmen könnte. Dieses Angebot konnte ich nicht ausschlagen, wir verzurrten das Rad auf dem Anhänger und ich krabbelte in das bereits mit einer 5-köpfigen Familie besetzte Auto. Nach etwa 35 km war Rio Grande erreicht, die Sonne kam wieder durch und der Wind wurde kräftiger. Von der Familie wurde ich zum Tee in ihr Haus eingeladen und sie war mir später auch noch bei der Quartiersuche behilflich.

Nachts heulte der Wind in den kreuz und quer hängenden Elektroleitungen und ließ nichts Gutes erahnen. Die Etappe nach San Sebastián an der Grenze zu Chile wäre mit 80 km kein Problem gewesen, doch als ich erst einmal auf der Landstrasse war, peitschte mir der Wind derart entgegen, dass ich fast Angst bekam. Wie viele Tage würde ich unter diesen Umständen wohl nach San Sebastián brauchen? Zwar habe ich genug über den Wind gelesen, trotzdem dachte und hoffte ich, ihn nicht so schnell zu spüren zu bekommen. Zum Glück hatte die Strasse am Rand noch einen breiten Schotterstreifen, denn kaum war ich aufgestiegen, da hat mich der Wind auch schon wieder auf den Schotter gedrückt. Ich versuchte es mit schieben, doch das war genauso schwierig. Einfacher war es nur , wenn der Wind direkt von vorn kam. Kam er von der Seite, musste ich in Schräglage fahren, ließ eine Bö plötzlich nach, kippte ich einfach um – gefährlich, denn es fuhren ja auch Autos.

Ich kam an einer Brückenwaage (für Achslasten) vorbei und die Männer waren gern bereit, mein Fahrrad mit Gepäck zu wiegen. 65 kg! haben sie angeblich vom Computer abgelesen.

Als ich mich so dahin quälte - 14 km in gut 3 Stunden -, hielt ein Jeep. Der Fahrer fragte mich, ob ich an die Grenze wolle und er mich mitnehmen könnte. Wieder konnte ich nicht abschlagen und ich fuhr per Auto Richtung Norden. Als ich die freien Landschaften aus dem Auto aus sah und merkte, wie der Wind selbst an dem schweren Jeep rüttelte, konnte ich mein Glück kaum fassen. Nun hatte ich noch Gelegenheit, in San Sebastián Post zu erledigen, E-Mails zu schreiben und einzukaufen. Als ich den Fahrer kurz vor dem Ort nach der Einwohnerzahl fragte, musste er lachen und er meinte, etwa zehn! Ich konnte es gar nicht glauben, denn nach meiner Karte hatte ich den Ort viel größer geschätzt. Es war aber tatsächlich so. Außer einer Polizeistation, Hotel, Grenzabfertigung und Tankstelle mit Kiosk gab es nur noch ein paar kleine Häuschen. Auch die Asphaltstrasse endete kurz vor dem Ort. Ich blieb trotzdem über Nacht und stellte mich seelisch darauf ein, die nächsten 160 km westwärts in der baumlosen Steppe voll gegen den Wind fahren zu müssen.

Nach der problemlosen Grenzabfertigung auf argentinischer Seite, fuhr ich mit der "richtigen inneren Einstellung" auch ganz gut gegen den Wind, er war allerdings auch nicht mehr ganz so stark wie am Vortag. Dies konnte man an den Fahnen an der Grenze erkennen, die nicht mehr ganz so stramm und dauerhaft die Windrichtung anzeigten. Bei der chilenischen Grenzabfertigung in San Sebastián (Chile) war man genauso freundlich wie in Argentinien. Da man kein Obst und Fleisch einführen darf, kam die Beamtin persönlich mit nach draußen, um zu sehen, dass ich meine letzte Banane auch aufaß.

Hier wollte ich eigentlich Lebensmittel für die nächsten Tage einkaufen, es gab aber nichts und der Ort war noch einsamer als der Vorherige. Allerdings gab es ein Hotel mit Restaurant und ich stand vor der Entscheidung, ohne Lebensmittel mit nur ein paar Müsliriegeln weiter zu fahren oder die Nacht hier zu verbringen. Nach längerer Überlegung entschied ich mich für die zweite Variante, trotz der wesentlich höheren Preise als in Argentinien. Am späten Abend quartierten sich noch drei Deutsche ein, die mit dem Mietauto nach Ushuaia unterwegs waren.

Morgens war es fast windstill. Bereits um 7.15 Uhr war ich auf der vom nächtlichen Regen aufgeweichten Strasse. Monoton ging es durch die offene Landschaft dahin. Vor jeder Straßenkuppe war ich gespannt, wie es dahinter weiter gehen würde, wohl wissend, dass sich nichts ändern wird. Rechts und links der Strasse sind durchgehend Weidezäune und ab und zu ein Tor mit Schild, das auf eine Estancia hinweist. Es war schon eine Abwechslung, in einer S-Kurve eine kleine Senke hinab zu fahren und auf der anderen Seite wieder hinauf. Die ersten 20 km hielt sich der Wind noch ganz gut zurück, doch dann hatte er es eilig und frischte bald fast so auf wie in Rio Grande. Wieder hielt ein Autofahrer mit Kleinbus und fragte mich, ob er mich mitnehmen könnte. Diesmal jedoch lehnte ich ab, denn die Strecke nach Porvenier wollte ich unbedingt ganz per Rad zurücklegen. Verstehen konnte er das nicht! Mit aller Kraft stemmte ich mich gegen den Wind und kam Meter für Meter voran. Einmal wirbelte eine Bö Schotter von der Strasse auf, der dann prasselnd auf Helm und Rad niederging. Zum Glück machte ich gerade eine kleine Verschnaufpause und konnte mein Gesicht abwenden. Erwartet hatte ich das noch nicht, jedoch habe ich mir für solche Situationen eine Schutzbrille mitgenommen. Es blieb auch bei dieser einen Attacke.

Die nächste Estancia steuerte ich nun an (ich war auch ganz schön kaputt) und war etwas enttäuscht, da es nicht meinen Vorstellungen einer Estancia entsprach. Es war eine ziemlich primitive, von einem alleinstehenden älteren Mann betriebene Estancia, mit aber immerhin über 4.000 Schafen. Der Mann bekocht sich auch selbst und das nicht schlecht. Nudelsuppe mit Schaffleisch und Kartoffeln, danach gebratenes Lamm schmeckten mir ausgezeichnet. Auf einer alten Matratze konnte ich meinen Schlafsack ausrollen und ich hatte ein Dach über dem Kopf.

Morgens bekam ich noch Kaffee und Brot und bereits um 6.30 Uhr verließ ich seine Ranch. Bald war die Bahía Inutil (eine große Ausbuchtung von der Magelanstrasse) erreicht und auch der Wind war wieder zur Stelle. Doch Meter um Meter, Zaunpfahl um Zaunpfahl ziehen dahin, ich setze mir immer Fixpunkte und bin jedes Mal erstaunt, wie schnell ich sie weit hinter mir lasse.

Der Wind, so meine ich, muss ziemlich bodennah sein, denn die Wolken scheint er nicht zu beeinflussen, so langsam ziehen sie dahin. Auch geben schon kleine Kuppen oder Böschungen Windschutz. Überhaupt meinte es der Wind nun gut mit mir, er nahm ab, als ich eine sanfte Bergkette erreichte. Auch die Straßenführung wurde abwechslungsreicher. Kleine Bachschluchten, die vom Berg herabziehen, zwingen einen immer wieder zu Ab‑ und Auffahrten. Oft verlief die Strasse auch direkt am Wasser. Hier traf ich nun das zweite Radlerpaar. Es waren Schweizer, mit denen ich mich bereits beim Abflug in Buenos Aires unterhalten hatte.

Wieder steuerte ich eine Estancia an. Sie war sehr schön gelegen, neben Schafen gab es auch viele Rinder. Ich sagte wieder meinen Spruch auf "ob ich unter seinem Dach schlafen könnte", und mir wurde im Landarbeiterhäuschen ein Raum mit drei Stockbetten angeboten. Da es aber wirklich fürchterlich - die Matratzen fast ekelhaft - aussah, zog ich es vor, gleich daneben zum ersten Mal mein Zelt aufzustellen. Nachdem ich auch meine "Küche" in Betrieb genommen hatte, kochte ich mir erst Kaffee und anschließend gab es eine wunderbare Nudelsuppe. Ein paar Stücke von der heimatlichen Weihnachtsschokolade machten das Festessen komplett. Es hat mir richtig Spaß gemacht! Für den nächsten Morgen wurde ich sehr nett zum Frühstück eingeladen.

Porvenir war nur noch gut 30 km entfernt und deshalb gut erreichbar. Die Fähre nach Punta Arenas über die Magelanstrasse (2,5 Stunden) sollte nach den Informationen aus dem Südamerika‑Handbuch erst am nächsten Tag fahren, so plante ich also in Porvenir zu übernachten. Bevor ich meinem Hunger nachgab, wollte ich mich jedoch nach der Abfahrtszeit der Fähre erkundigen. Ich bekam die Auskunft, dass sie am heutigen Tag um 13.00 Uhr abfährt und ich noch sechs Kilometer zum Anfang der Bucht fahren müsste. Es war bereits 12.25 Uhr, aber die Fähre wollte ich bekommen! Mit voller Kraft trat ich in die Pedalen und gegen den starken Wind von der See an, ich hatte aber Glück, dass ich nach zwei Drittel der Strecke Windschutz von einer hohen Böschung bekam. Nach 20 Minuten war ich auf dem Schiff und verzurrte mein Fahrrad, das Schiff fuhr allerdings erst nach zwei Uhr ab. Aber lieber so als anders herum.

Auf der Überfahrt ergoss sich so manche Welle in das Autodeck und ich hatte wirklich Angst um meine Packtaschen. Auf Grund des hohen Seegangs durfte ich jedoch nicht mehr zum Fahrrad. Glücklicherweise schirmten zwei unmittelbar davor stehende Lastwagen das Rad gut ab. Auf dem Schiff lernte ich einen Das Angebot nahm ich an, die Pension ist sehr sauber und die Vermieterin ist eine sehr nette lustige Person.

Nach dem Duschen wollte ich schnell losgehen, um meine Familie anzurufen. Weit kam ich nicht, denn schon an der zweiten Straßenecke biss mir ein Hund im Vorbeilaufen kräftig ins Bein. Es blutete stark und schwoll sofort zu einem richtigen Ballon an. Die Wirtin rief gleich ein Taxi, um ins Krankenhaus zu fahren. Der Spanier begleitete mich und konnte den Hergang entsprechend schildern. Nach einer nicht allzu langen Wartezeit wurde die Bisswunde behandelt und ich bekam zusätzlich Tabletten verschrieben. Auf den Schreck gingen wir zusammen zum Essen, es wurde ein richtig netter langer Abend.

Punta Arenas ist ebenso wenig interessant wie Ushuaia, nur mit über 100.000 Einwohnern mehr als doppelt so groß. Von oben gesehen sieht die Stadt mit ihren bunt gestrichenen Wellblech-Dächern allerdings ganz hübsch aus und relativ viel Grün hat sie auch. Der Blick über die hier sehr breite Magelanstrasse nach Feuerland ist ebenfalls sehr schön.

Eigenartig und ungewöhnlich mutet es jetzt zur Weihnachtszeit für uns an. Die Temperaturen sind mit bis zu 18 bis 20 Grad sehr angenehm, Tulpen, Goldregen und andere Frühlingsblumen blühen und duften. Vor dem Kaufhaus jedoch steht der Weihnachtsmann und verteilt Bonbons, und die Kassiererinnen im Supermarkt tragen Nikolausmützen. Das Glockenspiel "Stille Nacht heilige Nacht" erklingt, und die Tannenbäume ‑ natürlich künstliche ‑ leuchten auch schon in den Privathäusern.

Bis zum nächsten Bericht

Hans Windisch


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